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Monika Schmidt 22.06.2011 19:29 Uhr
Betrugsmasche Zusatzeinkommen
Eberswalde (moz) „Ganz einfach Geld verdienen“ werben diverse vermeintliche Firmen im Internet. In einigen Fällen ist die angegebene E-Mail-Adresse schon nicht mehr erreichbar, was durchaus vermuten lässt, dass Betrüger am Werk sind. Davor warnt inzwischen auch die Polizei.
Das Angebot hört sich verlockend an. Für zwei bis drei Stunden pro Tag und ein- bis zweimal pro Woche sollen 600 bis 1600 Euro als Nebenverdienst herausspringen. Die dafür erwartete Gegenleistung aber sollte alle Alarmglocken schrillen lassen.
„Wir überweisen auf dein Bankkonto 3000 bis 8000 Euro. Nach Geldeingang hebst du das Geld ab. Du hast schon 20 Prozent von dem überwiesenen Betrag verdient. Den restlichen Betrag übermittelst du uns“, so die Kurzbeschreibung im Internet. Die Masche, so bestätigt Polizeisprecherin Martina Schaub, sei nicht neu. „Die Mail selbst ist zwar noch nicht strafbar, es besteht jedoch die Möglichkeit, dass es sich hierbei bereits um die Vorbereitung einer Straftat handelt. Und zwar dann, wenn es im Weiteren zu Betrügereien mittels eines sogenannten Finanzagenten kommt. Die strafrechtlichen Folgen betreffen dann auch denjenigen, der auf das Angebot eingegangen und zudem noch der Geschädigte ist“, erklärt Martina Schaub.
In der Praxis könne Folgendes passieren. Über E-Mail wird ein glaubwürdiger Arbeitsvertrag versandt, der unterschrieben zurückzuschicken ist. Als vermeintlicher Arbeitgeber wird eine tatsächlich existierende Firma ohne deren Wissen benannt. Der Arbeitsvertrag wird dann so formuliert, dass persönliche Daten und auch die Kontodaten anzugeben sind. Einen persönlichen Kontakt mit dem Arbeitgeber gibt es allerdings nicht. Bestenfalls wird eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse mitgeteilt, der Server der Domain aber befindet sich in der Regel im Ausland.
Im Barnim gibt es mittlerweile einige Fälle, mit denen sich die Kriminalpolizei beschäftigt. Die Ermittlung der Täter ist allerdings sehr schwierig, weil sie meist im Ausland sitzen und von dort aus agieren. Die Vorgehensweise war nahezu die Gleiche. „Die Geschädigten geben ihre Bankdaten an, bekommen einen sehr hohen Betrag auf das Konto überwiesen. Ein Teilbetrag soll dann auf ein ausländisches Konto überwiesen werden, meist über Western Union. Die Täter holen das Geld sofort nach Eingang ab. In der weiteren Folge lassen die Täter den gesamten überwiesenen Betrag vom Konto ihres Opfers zurückbuchen. Jetzt hat der Betroffene nicht nur einen finanziellen Schaden, sondern hat sich zudem noch der Geldwäsche verdächtig gemacht, was strafrechtliche Folgen haben kann“, nennt Martina Schaub Beispielfälle.
Eine andere Vorgehensweise, die auf dem Tisch der Kripo gelandet ist, hat sich folgendermaßen abgespielt: Finanzagenten erhalten betrügerisch erworbene Waren, die sie an einen Empfänger weiterleiten. Der Finanzagent macht sich damit der Hehlerei verdächtig. Die sogenannte Nigeria-Connection ist mittlerweile sogar weltweit im Geschäft.
„Die Täter versuchen an persönliche Daten ihrer Opfer zu gelangen, indem unglaubwürdige Geschichten erfunden werden. Bei der Herausgabe von persönlichen Daten ist ohnehin stets besondere Vorsicht geboten“, so die Polizeisprecherin. Geld zu verschenken habe letztlich niemand. Bei derartigen Nebenverdienstangeboten sollte man stets auf der Hut sein, rät nicht nur Martina Schaub. Auch die Verbraucherberatung kann von verlockenden Angeboten, die sich als Abzocke oder sogar mögliche Straftat herausstellten, ein Lied singen.
Wie leicht man Opfer derartiger Betrügereien werden kann, hat in jüngster Zeit ein Stadtkämmerer der alten Bundesländer gezeigt, der versucht hatte, mit versprochenen Millionen aus Nigeria die Stadtkasse aufzufüllen. Eine Berliner Zeitung berichtete von einem Autohändler, der sich auf ein derartiges Transfergeschäft eingelassen hatte und zu einem Treffen in Nigeria überreden ließ. Statt des erhofften Millionen-Gewinns gab es eine Entführung. Frei kam der Mann erst nach Zahlung eines hohen Lösegeldes.