Sie haben ein verlockendes Jobangebot per E-Mail erhalten? Ok, dann lesen Sie bitte dies.
Zurzeit gibt es in Europa viele Leute die keine Arbeit haben oder die ein Zweiteinkommen gut gebrauchen könnten. Die meisten brauchen das Geld der wollen mehr Geld um ihre Familie besser versorgen zu können (Hauserwerb, Urlaub etc.). Auch wir sind von Betrügern kontaktiert worden, die uns Teilzeitjobs angeboten haben. Meist sollen Sie nur Zahlungen in Form von Schecks entgegennehmen und bei Ihrer Bank einreichen und dafür erhalten Sie dann 10 % Provision. So weit so gut. Aber die bei der Bank eingereichten Schecks sind gefälscht. Es gibt keine Provision. Es gibt keine Zahlung. Sie verlieren Ihr Geld. Es ist eine schreckliche Art und Weise wie hier oft mittelose Leute ausgenommen werden. Die Betrügerei funktioniert wie folgt:
- Sie erhalten per E-Mail ein Angebot für eine unbekannte Firma (meist eine chinesische Firma) Zahlungen entgegenzunehmen. Dafür erhalten Sie eine Provision oder ein Gehalt in Höhe von 10% der Summe.
- Die Betrüger fordern von Ihnen dann Ihre persönlichen Daten sowie eine Kopie Ihres Personausweises. Oft werden Sie auch nach Ihren Bankdaten gefragt und es wird Ihnen ein falscher Arbeitsvertrag zur Unterzeichnung gesandt.
- Wenn Sie mit Ihrer Bewerbung fortfahren/alle Papiere unterzeichnet haben, fordern die Betrüger oft eine kleine Bearbeitungsgebühr mit der Begründung, dass sie Ihre Glaubwürdigkeit überprüfen lassen, damit sie wissen, ob sie auch mit einer vertrauenswürdigen Person zusammenarbeiten. Wenn Sie diese Gebühr bezahlen, wissen die Betrüger, dass sie Geld haben und machen weiter mit Ihnen.
- Nun werden Zahlungen ausgelöst. Dafür werden i.d.R. diese drei Wege genutzt:
a. Schecks (werden zu Ihnen nach Hause geschickt) - diese sind entweder gefälscht oder es sind gestolene Schecks.
b. Wechsel - diese sind entweder gefälscht oder es sind gestolene Wechsel
c. "elektronische" Zahlungen - der Betrüger ging zu Ihrer Bank (die Daten hat er ja) und schreibt Ihrem Konto einen Scheck gut. Diese Methode nennt man "flashing".
- Wenn Sie den Scheck zu Ihrer Bank bringen und diesen einlösen, bedrängen Sie die Betrüger, dass Sie das Geld schnellstmöglich abzuheben. Sie werden dann täglich von diesen "bearbeitet", die Betrüger rufen an, schreiben Ihnen E-Mails etc. Die Betrüger wollen, dass Sie das Geld von der Bank abheben bevor die Bank herausfindet, dass der Scheck platzen wird.
- Diese Betrügerei funktioniert in vielen Ländern, denn die Bank macht Auszahlungen zu Schecks bevor der Scheck in dieser Höhe endgültig dem Konto gutgeschrieben ist. Später, wenn die Bank herausfindet, dass der Scheck nicht eingelöst werden kann, fordert die Bank das Geld von Ihnen zurück, welches Sie schon längst für die Betrüger abgehoben haben. Sie müssen für die gesamte Summe gerade stehen. Sie verlieren Ihr Geld und können unter Umständen wegen Geldwäsche angezeigt oder wegen Scheckbetrügerei strafrechtlich verfolgt werden.
Bitte fallen Sie nicht auf diesen Trick herein. Es gibt kein Geld. Alle die Zahlungen sind gefälscht. Sie müssen das gesamte Geld der Bank zurückzahlen! Und die Bank wird gegen Sie wegen Betrügerei ermitteln. Sie verlieren Ihr Geld, wenn Sie auf so ein "Jobangebot" hereinfallen und landen
möglicherweise sogar im Gefängnis. Diese Art der Betrügerei ist schrecklich und hat schon viele Opfer in Unheil gestützt.
Beispielhaft finden Sie weiter unten einen so genannten "Jobangebotsbrief". Bitte machen Sie Leuten die Ihr Bankkonto nutzen wollen, keine Geschäfte. Diese Art der Geschäfte zählt rein rechtlich zu den Geldwäschegeschäften und dies wird in den meisten Ländern strafrechtlich verfolgt. Viele Opfer sind in Gefängnissen gelandet. Die Richter glauben Ihnen nicht, wenn Sie sagen, dass Sie nicht wussten, dass Sie Geldwäsche betreiben (Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!). Bitte erwarten Sie nicht ein Gehalt nur weil Sie ein Bankkonto besitzen!
Aufbau und Gestaltung einer betrügerischen E-Mail
Wenn Sie irgendwann einmal eine E-Mail von einem Fremden oder einer Firma erhalten und diese Ihnen fantastische Geschäftsmöglichkeiten oder enorme Geldsummen anbieten, sollten Sie die E-Mail genau überprüfen.
Anhand folgender Punkte können Sie feststellen, ob die E-Mail von einem Betrüger kommt.
- Die E-Mail kommt von einem kostenfreien E-Mail Service wie z.B. Yahoo, Hotmail, Walla, Sify, Gmx, …
Seriöse Geschäftsideen oder Lotteriegewinne werden üblicherweise nicht über kostenlose E-Mail Services versandt. Wenn Sie in einer seriösen Firma arbeiten, erhalten Sie in der Regel eine E-Mail-Adresse von Ihrer Firma, welche sich meist aus Ihrem Namen und dem Firmennamen zusammensetzt (z.B. John.Miller@microsoft.com). Keine Bank, kein Rechtsanwalt und geschweige denn Lotteriegesellschaften oder andere vermeintliche Glücksbringer nutzen kostenlose Webmail-Services. Es handelt sich um einen Betrüger! Genauere Informationen hierzu können sie weiter unten erfahren.
- Die E-Mail ist nicht persönlich an Sie adressiert
Wenn die E-Mail nicht persönlich an Sie adressiert ist, Ihnen aber dennoch unglaubliche Mengen an Geld versprochen werden, dann ist etwas faul. Bitte löschen Sie solche E-Mails sofort und gehen Sie nicht weiter darauf ein.
- Sie sollen Ihre Antwort nicht an die Absenderadresse sondern an eine andere E-Mail Adresse schicken
Die meisten Leute haben für allgemeine Angelegenheiten eine E-Mail Adresse. Warum sollte man zwei E-Mail-Adressen haben? Ich kann mir selbst kaum eine Adresse nebst Passwort merken. Es sollte einem stutzig machen, wenn die Antwortadresse von einem freien Webmail Service ist. Es ist nicht glaubhaft, dass man riesige Preise oder Geld erhält, wenn sich der E-Mail Verfasser nur einen kostenlose E-Mail Adresse leisten kann.
Ein anderer Grund weswegen Betrüger mehrere E-Mail Adressen nutzen ist, dass Webservices regelmäßig die E-Mail Adressen durchgehen und betrügerisch aussehende E-Mail Konten automatisch schließen. Im Fachjargon nennt man diese E-Mails Konten Spammer (Betrüger). Wenn in der Spam E-Mail eine neue E-Mail Adresse an die geantwortet werden soll angegeben ist, so nennt man dann diese E-Mail Adresse dann Catcher (Fänger). Vom Catcher wird man dann oft an einen Handler (Abwickler) weitergeleitet. Vom Handler geht es dann zum Collector (Kassierer). Je nach Größe der Betrügergruppe variiert die Anzahl der involvierten E-Mail Konten (so werden auch Spuren verwischt). Zu irgendeinem Zeitpunkt kommt jedoch das Thema Geld ins Spiel. Meist werden Sie aufgefordert irgendwelche Gebühren zu bezahlen. Bitte machen Sie keine Zahlungen, sie sehen Ihr Geld nie wieder!
- Sie sollen eine in der E-Mail genannte Person kontaktieren
Warum sollte ein gestandener Geschäftsmann Ihnen mailen, dass Sie mit einer anderen Person in Kontakt treten sollen? Das ist in keinster Weise logisch (warum macht er das besagliche Geschäft nicht selbst, wenn so phantastisch ist). Aber ebenso wie in Punkt 3 ausgeführt, hat diese Kontaktperson meist ein E-Mail Konto bei einem kostenlosen E-Mail Service. Es handelt sich daher um einen Betrüger, denn seriöse Geschäftsleute nutzen firmeneigene E-Mail Konten.
- Die E-Mail enthält Kontaktdaten und Details von anderen Personen z.B. Agenten, Bankangestellten, "security companies" (Wach- und Schließgesellschaften)o.ä., "Barristern" (Rechtsanwälten), usw.
Bitte ignorieren Sie solche E-Mails. Es entspricht nicht der Realität, dass Rechtsanwälte, Bankangestellte oder Wach- und Schließgesellschaften mit Ihnen in Kontakt treten, wenn Sie vorher mit Ihnen keine Geschäftsbeziehung hatten.
Wie können Sie überprüfen, ob jemand einen kostenlosen E-Mail Service in Anspruch nimmt?
Das geht sehr einfach. Nehmen Sie einfach den letzten Teil der E-Mail nach dem Zeichen „@“. Wenn Sie eine Adresse sehen wie z.B.
barclaysbanklondon@mail2world.com, dann nehmen Sie den hinteren Teil mail2world.com und geben sie diesen Teil im Internet ein unter
www.mail2worldcom. Sie werden dann sehen, dass Sie bei keiner Bank landen, sondern bei einem kostenlosen E-Mail Service. Es ist in der Regel sehr leicht bei solchen Services ein E-Mail Konto zu eröffnen. Firmen nutzen solche kostenlosen E-Mail Services nicht. Die Betrüger können ebenfalls Namen nutzen wie z.B.
DeutscheBank@yahoo.de. Lassen Sie sich nicht durch kreative Namensfindung verarschen. Bitte immer zuerst die E-Mail hinsichtlich des E-Mail Services überprüfen. Wenn die E-Mail von einem solchen kostenlosen E-Mail Service kommt, ignorieren Sie die E-Mail bitte.
Anmerkung
Manche Betrüger sind sehr clever und handeln sehr geschickt. Zwischenzeitlich haben manche sogar gefälschte Firmenwebseiten erstellt. Von dort aus werden dann die E-Mails versandt, so dass es aussieht, als käme die E-Mail von einer richtigen Firma. Trotzdem werden Sie aber aufgefordert, Ihre Antwort E-Mail an eine E-Adresse von einem kostenlosen Webservice zu senden. Schauen Sie sich daher die E-Mail-Adressen genau an.
Abschließend, lassen Sie sich nicht von Fremden, die Ihnen eine Unmenge an Geld versprechen, verarschen. Warum sollte ein Fremder Ihnen Geld schenken oder eine tolle Geschäftsmöglichkeit anbieten? Diese Betrüger, die oft sagen, dass sie keine Freunde, Verwandten und Bekannten im Ausland haben die ihnen helfen die Transaktion durchzuführen, lügen, denn über Ecken hat doch jeder zumindest Bekannte, wenn nicht Verwandte im Ausland, oder? Außerdem ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass jemand der mit so viel Geld etwas zu tun hat, keine Auslandsbeziehungen unterhält. Bitte fragen Sie sich dies immer wieder selbst: A) Wie kamen diese Leute mit mir in Kontakt? B) Warum haben mich diese Leute kontaktiert? Die Antworten lauten: A) Die Betrüger kaufen Listen mit E-Mail Adressen und schreiben dann E-Mails an alle Leute dieser Liste, meist werden die gleichen Schreiben an alle versandt. B) Die Betrüger wollen Ihr hart erarbeitetes und erspartes Geld! Vergessen Sie das nie!
/Robert Steinmann
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