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Rob
27 January 2008, 19:20
http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=335D96A2-1422-0CEF-70A1EE59FDF806AF

Machenschaften der «Nigeria-Connection» sind Betrug

Lausanne. AP/baz. Die Machenschaften der so genannten «Nigeria-Connection» sind als Betrug zu bestrafen. Dies hält das Bundesgericht in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil fest, das sich erstmals mit einem Fall befasste, bei dem naive Leute mit angeblicher Hilfe für den Geldtransfer aus Afrika geprellt werden.

Konkret hatten die Lausanner Richter den Fall eines Bauern aus Italien zu beurteilen, der auf ein E-Mail aus Afrika geantwortet hatte. Er sollte mithelfen, Diamanten im Wert von 25 Millionen Dollar eines ehemaligen Bankdirektors aus Sierra Leone in die Schweiz zu transportieren. Dem Landwirt wurden fünf Millionen Dollar versprochen, wenn er gegen Bezahlung von 11.630 Dollar einen Koffer bei einer Sicherheitsfirma in der Schweiz auslöse.
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Als der Bauer mit dem Geld in Bern eintraf, wurde er von einer Reihe von Personen empfangen. Diese führten ein Rollenspiel auf, in dem ein «Rechtsanwalt Hodler» die Interessen des Landwirts wahrzunehmen vorgab. Als dieser ein zweites Mal Geld locker machen sollte, durchschaute er den Schwindel.

Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte einen Drahtzieher der dieser zur «Nigeria-Connection» gehörenden Bande wegen Betrugs zu vier Monaten Gefängnis bedingt sowie zu einer Landesverweisung von vier Jahren. Vor Bundesgericht argumentierte der Verurteilte, es liege gar kein Betrug vor, weil der Landwirt allzu unvorsichtig gewesen sei. Wer darauf hereinfalle, er erhalte bei einer Investition von 11.630 Dollar später fünf Millionen Dollar zurück und das ohne nennenswerte Gegenleistung, dürfe nicht strafrechtlich geschützt werden.

Das Bundesgericht räumte nun zwar ein, dass das Gewinnversprechen unverhältnismässig gewesen sei. Indessen müssten aber auch «Dumme und Schwache» vor skrupellosen Geschäftemachern geschützt werden. Zudem seien die beim Betroffenen aufgekommenen Zweifel durch eine aufwendige Inszenierung zerstreut worden, so dass die Opfermitverantwortung in den Hintergrund trete.