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View Full Version : Im Geldkoffer nur schwarze Fetzen


Rob
27 January 2008, 19:19
http://www.salzburg.com/sn/06/11/16/artikel/2662802.html

Im Geldkoffer nur schwarze Fetzen
16. November 2006

Der Trick ist uralt, die Beute aber enorm: Mehrere Opfer sind ruiniert, weil sie auf Betrugsschreiben von "Nigeria"-Betrügern hereinfielen.

christian reschSalzburg (SN). Als die Beamten des Salzburger Landeskriminalamts den fest verschnürten Koffer öffneten und darin einen weitern Aluminiumkoffer mit Schloss fanden, stand bereits fest: Hier hat ein groß angelegter, geplanter Betrug stattgefunden.

Inhalt des Innenkoffers: Exakt abgepackte, verschweißte Papierscheine, jeder so groß wie Dollar-Noten, pechschwarz. Besitzer: Ein Geschäftsmann mit Afrika-Kontakten. "Dem Mann ist weis gemacht worden, er müsse die Papierfetzen nur mit Spezialflüssigkeit behandeln und schon käme das Geld zum Vorschein", schildert Wirtschaftskriminalist Manfred Wieland. Das sei als der "Wash-wash-Trick" bekannt.

Zum Vorschein kam freilich gar nichts und dem Mann blieb statt der versprochenen zehn Millionen Dollar nur ein Berg von Verlusten. Er war so genannten "Nigeria-Betrügern" aufgesessen, die mit einer der ältesten Betrugsmaschen arbeiteten.

Wie diese funktioniert, erklärt Kriminalist Gerhard Rosegger: "Über E-Mail oder Post kommt aus heiterem Himmel ein Brief. Irgendein Ölscheich, todkranker Monarch oder Revolutionsführer behauptet, er hätte einen Haufen Geld außer Landes zu bringen oder so ähnlich. Er will das Geld allzu gerne dem glücklichen Empfänger des Briefes geben." Einzige Voraussetzung sei eine kleine Zahlung, die man dringend für ein Ausfuhrformular oder sonstiges benötige. Bezahle das Opfer diese erste Summe, beginne "sich der Teufelskreis zu drehen", sagt Rosegger.

Die Betrüger, die meistens in Afrika säßen, würden mit immer neuen Begründungen immer mehr Geld verlangen. "Viele Opfer kommen da nicht mehr raus. Sie steigern sich so in diese absurde Hoffnung hinein, dass sie fest daran glauben, irgendwann steinreich zu werden."

So war es auch besagtem Geschäftsmann ergangen. Er hatte schließlich ein Treffen mit einem angeblichen Geldboten in Italien vereinbart und dort den wertlosen Koffer bekommen. Dafür musste er noch 15.000 Euro zahlen - seine Enttäuschung dürfte eine bittere gewesen sein.

Das Landeskriminalamt kämpft derzeit auch mit einem Salzburger, der insgesamt bereits 100.000 Euro gezahlt hat - Geld, dass er sich zuvor ausleihen musste. Der Mann weigere sich nach wie vor, seiner Frau oder der Polizei zu glauben, dass er betrogen worden sei. Eine weitere Familie habe 50.000 Euro verloren. "Es gibt wohl eine Art von Schwemme, was diese Betrugsbriefe betrifft. Und jedes Jahr mehrere Opfer", sagt Rosegger. Die Salzburger Arbeiterkammer spricht von 1500 Anfragen im Jahr, die sich auf Betrugsversuche über E-Mail und Internet bezögen, viele davon beträfen die "Nigeria-Methode". Die Botschaft von Polizei und Konsumentenschützern ist klar: Finger weg von solchen "Angeboten".