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View Full Version : POL-PB: Über 100.000 Euro an Betrüger verloren "Nigeria-Connection" fand Opfer im Kre


Rob
27 January 2008, 17:46
http://www.presseportal.de/polizeipresse/p_story.htx?nr=805514

31.03.2006 | 14:19 Uhr
POL-PB: Über 100.000 Euro an Betrüger verloren "Nigeria-Connection" fand Opfer im Kreis Paderborn

Kreis Paderborn (ots) - (mb) Es gibt sie schon seit fast 20 Jahren und seit dieser Zeit warnt nicht nur die Polizei vor Betrügern, der sogenannten "Nigeria-Connection", deren Ursprung in Afrika zu suchen ist. Ein aktueller Fall, der jetzt bei der Kreispolizeibehörde Paderborn angezeigt wurde, macht jedoch deutlich, dass längst noch nicht alle Bürger über die kriminellen Machenschaften der weltweit operierenden Täter ausreichend informiert sind. Warnhinweise der Polizei, aber auch anderer Institutionen sind auch weiterhin regelmäßig erforderlich, um zum Beispiel "Internet-Neulinge" auf diese drohende Gefahr hinzuweisen.

Das Opfer eines jetzt bekannt gewordenen Falles, ein 27-jähriger Handwerker aus dem Kreis Paderborn, hat innerhalb eines halben Jahres über 100.000 Euro an die Betrüger verloren. Einzelheiten zum Tatablauf und zur Person des Opfers wollte die Polizei auch auf Anfrage nicht weitergeben. "Wir wollen die Ermittlungen und die Anonymität des Betrugsopfers nicht gefährden, aber in aller Deutlichkeit vor dieser Kriminalitätsform warnen", sagte Kriminalrat Thomas Hochhaus, Leiter der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung der Paderborner Polizei .

Im Laufe der Jahre hat sich auch die Aktivität der Verbrecher modernsten, weltweiten Kommunikationsmedien angepasst. Auch haben längst nicht mehr alle Betrugsversuche ihren Ursprung in Afrika. Waren es in den Anfängen Briefe oder Faxe, so melden sich die Täter jetzt hautsächlich per E-Mail. Dabei ist der "modus operandi" der kriminellen Angebote im Wesen gleich geblieben:

Ohne vorherigen persönlichen Kontakt bekommt das Opfer eine E-Mail in englischer Sprache. Der Absender gibt vor, eine hochgestellte Persönlichkeit zu sein, bezeichnet sich als Doctor, Engineer, Chief oder gibt sich als Regierungsmitglied aus. Oft wird ein aktueller Anlass des Zeitgeschehens in den betrügerischen Text eingebaut. Auf verschiedenen Wegen will der Absender an viel Geld - es geht um hohe Millionenbeträge - gekommen sein. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Erbschaft, aber auch um illegal erworbenes Geld handeln. Sämtliche bekannte Legenden abschließend aufzuführen ist dabei schier unmöglich. Dieses Geld, das in Wirklichkeit nicht existiert, soll nach Europa transferiert werden. Dazu möchte man sich des E-Mail-Empfängers bedienen, dem eine hohe Gewinnbeteiligung versprochen wird. Zur Durchführung dieser Transaktionen werden scheinbar erforderliche Gebühren für Kontobewegungen, Anwaltskosten, Steuern aber auch Bestechungsgelder für "Dritte" vorgegeben, welche vorab von dem Opfer überwiesen werden sollen. Dabei nutzen die Betrüger die Anonymität von Transferportalen, bei denen die Gelder an den Inhaber eines Freigabecodes herausgegeben werden. Ist das Geld einmal vom Konto abgehoben, bleibt es genauso verschwunden wie der Empfänger. Haben die Betrüger erst einmal ein Opfer gefunden, das immer noch auf den "großen Gewinn" hofft, bleiben sie hartnäckig. In weiteren E-Mail-Kontakten wird von Schwierigkeiten bei der Auszahlung des Millionenbetrages berichtet, die wiederum nur durch die Zahlung weiterer Beträge vom Opfer beseitigt werden können. Das Bundeskriminalamt berichtet von Fällen, bei denen es zu persönlichen Kontakten zwischen Tätern und Opfern gekommen ist. Das versprochene Millionenpaket hatten sie sogar dabei, allerdings waren die Dollarnoten schwarz gefärbt oder anderweitig markiert und für das Entfärben mit einer teuren Chemikalie war wiederum ein ansehnlicher Betrag fällig. Genau wie die Korrespondenz ausschließlich aus dem Ausland geführt wird, finden auch diese persönlichen Treffen nur außerhalb der Bundesrepublik Deutschland statt. So können sich die Täter der Strafverfolgung durch die hiesigen Ermittlungsbehörden entziehen. Die Tatabläufe sind hier nur beispielhaft aufgeführt und können sich in allen Kontaktbereichen in immer wieder veränderten Varianten abspielen. Geld, so das Bundeskriminalamt, hat jedoch noch kein Opfer gesehen. Alle überwiesenen oder auch bar ausgezahlten Beträge waren verloren.

Die Polizei rät:

- Ignorieren Sie solche Schreiben - Geben Sie auf keinen Fall Bankverbindungen preis - Klären Sie Bekannte und Freunde präventiv über die Gefahr auf - Informieren Sie die Polizei wenn Sie bereits Opfer der Betrüger geworden sind - Sollte ein Betrug im Ausland auffallen (zum Beispiel bei einem persönlichen Kontakt), ist es ratsam, sofort die zuständige Polizeibehörde vor Ort zu informieren und Anzeige zu erstatten.

Im Internet existieren bereits viele private Informationsseiten zu diesem Thema, auf denen teilweise E-Mails der Betrüger nach zu lesen sind. Selbst freie Enzyklopädien beschreiben die Machenschaften der "Nigeria-Connection". Offizielle Institutionen, wie das Bundeskriminalamt, die Landeskriminalämter oder das auswärtige Amt bieten weitergehende Information: www.bka.de oder www.auswaertiges-amt.de .

(Beispiel-Email zum Download unter www.polizeipresse.de)


ots Originaltext: Polizei Paderborn
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=55625